6. April 2017 - 27. Mai 2017   |   Eröffnung: 5.04.2017 , 19:00 Uhr | Fotografie, Video

Nathalie Grenzhaeuser - Coincidence

Black Ice 7
Lightjet Print hinter Plexiglas, 83 x 58 cm, 2016
Eclipse
aus der Serie Coincidence, Lightjet Print, Diasec Face matt, 120 x 160 cm, 2015/16
Pressetext

C O I N C I D E N C E

Fotografie und Video von Nathalie Grenzhaeuser
Eröffnung: Mittwoch, 5. April 2017
Dauer der Ausstellung: 6. April – 27. Mai 2017, di – fr 13–18.30 Uhr, sa n. Vereinbarung


Coincidence zeigt neue Arbeiten der in Berlin lebenden Künstlerin Nathalie Grenzhaeuser, die seit über zehn Jahren an einem Werkkomplex arbeitet, der sich aus verschiedenen Blickwinkeln dem arktischen Landschaftsraum widmet. Bereits seit 2007 wurden Arbeiten von Grenzhaeusers ARCTIC SERIES in mehreren Gruppenausstellungen in der Galerie gezeigt. Coincidence markiert nun die erste Einzelpräsentation. Der Titel spielt auf die in der Forschung genutzte Bedeutung des gleichnamigen Terminus an. Demnach scheinen zufällig gleichzeitig zusammen-treffende und unterschiedliche Ereignisse einen gemeinsamen kausalen Zusammenhang zu bilden.

In der Ausstellung in München stellt Nathalie Grenzhaeuser das Ereignis der totalen  Sonnen-finsternis, das am 20. März 2015 auf Spitzbergen stattfand, in einen gemeinsamen Kontext mit klimabedingten Phänomenen und deren Erforschung. Die gezeigten Bilder und die Videoarbeit der Serie Black Ice sowie einzelne Bilder der Serien Coincidence und Higher Altitudes, geben Einblick in mikroskopische Prozesse und unterschiedliche Verfahren der polaren Klimaforschung.

Nathalie Grenzhaeuser nimmt Einfluss darauf, wie wir die fotografierten Orte und Zusammen-hänge sehen. Sie arbeitet bewusst mit dem schmalen Grat zwischen Realität und Fiktion, jener feinen Linie zwischen Sein und Schein. Ausgehend von mehreren fotografischen Aufnahmen konstruiert sie stets den Betrachter-Standpunkt ihrer Bilder und arbeitet mit den Mitteln der Verdichtung, Reduktion und Stilisierung. Die entstandenen Arbeiten haben etwas Ikonenhaftes. Sie vermitteln eine Art Essenz der sichtbaren und der nicht-sichtbaren Aspekte und lassen zwischen den unterschiedlichen Bildern assoziative Verbindungen entstehen. So eröffnen die Kunstwerke einen ganz eigenen Diskurs über das Zusammenspiel von astronomischen, klima-relevanten und meteorologischen Phänomenen und deren Einfluss auf die wissenschaftliche Forschungsarbeit vor Ort.

Im Jahr 2015 erhielt die Künstlerin ein siebenmonatiges Fellowship am Hanse-Wissenschafts-kolleg in Kooperation mit dem Alfred Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung. Teil des Stipendiums war ein erneuter mehrwöchiger Aufenthalt auf Spitzbergen, diesmal auf der inter-nationalen Forschungsbasis AWIPEV in Ny-Ålesund. Im Zuge dieser vierten Reise auf den Archipel entwickelte sie ihr neues Schwerpunktthema, das sich mit der arktischen Forschung im 21. Jahr-hundert auseinandersetzt und den Fokus auf die Atmosphären- und Klimaforschung legt. Neben fotografischen Arbeiten entstanden erstmals auch Videos und Skulpturen. Im Frühjahr 2016 wurden die Ergebnisse in zwei thematisch sehr unterschiedlichen Einzelausstellungen in der Städtischen Galerie Delmenhorst und der Kunsthalle Bremerhaven gezeigt. In der Galerieaus-stellung Coincidence wird eine Auswahl dieser Arbeiten gezeigt und die neue Publikation The Arctic Series vorgestellt, die in Zusammenhang mit den Einzelausstellungen 2016 erschienen ist.